Blogger müssen authentisch sein – Interview mit Stefan Wabner
Hallo Stefan, kannst du dich kurz vorstellen? Wer bist du, wo kommst du her und wo willst du hin?
Als ich mit 14 Jahren den Breakdance-Film “Beat Street” gesehen habe, bin ich sofort vom Sofa aufgestanden und habe versucht, die Roboterbewegungen nachzuahmen. Einige Monate später wurde das Üben vor dem Spiegel zur täglichen Routine. Später bin dann ich mit meinem Freund Rocco Menzel auf lokalen Veranstaltungen mit einer Show aus Pantomime und Electric Boogie (Robot) aufgetreten. Später kamen noch diverse Clubs und Festivals dazu. Mittlerweile beschreite ich meinen Lebensunterhalt damit und bin mit der Formation metroccolis weltweit unterwegs. Ich arbeite derzeit an einem Marketingbuch für Künstler und Freiberufler, welches voraussichtlich Anfang nächsten Jahres herauskommen wird.
Dein Blogkonzept Kunst und Selbstvermarktung, Leidenschaft und kreatives Zeitverdienen unterscheidet sich doch von anderen sehr. Ich meine entweder es gibt Blogs über Kunst oder es gibt Blogs über das Geldverdienen. Wie bist du zu deiner Nische gekommen?
Durch meinen Beruf komme ich viel herum und treffe eine Menge Menschen aus kreativen Bereichen. Vielen Künstlern und Freiberuflern fehlt es nicht an Qualität, sondern an effektiver Vermarktung. Deswegen habe ich den Blog kunstundso.com ins Leben gerufen. Hier gebe ich regelmäßig Ratschläge für Selbstvermarktung, Leidenschaft und kreatives Zeitverdienen. Ich finde es jedes Mal schade, wenn ich junge Talente mit guten Ideen sehe, aber die Aufmerksamkeit fehlt. Clevere Vermarktung ist eine Kunst, aber auch kein Hexenwerk.
Welchen Ratschlag kannst du anderen Bloggern geben, die gerade auf der Suche nach ihrer eigenen Nische sind?
Blogger müssen authentisch sein. Das bedeutet, dass das Blogthema in Zusammenhang mit dem Blogger stehen muss. Der Autor muss ein echtes Interesse für das Thema haben. Nur so findet er die Ausdauer, über einen langen Zeitraum am Ball zu bleiben. Nehmt einen Zettel und Stift und schreibt Eure Interessen auf. Sind die Themen zu allgemein, geht mehr ins Detail. Sport, Hobby, Beruf. Alles lässt sich mehrfach aufsplitten. Kombiniert Themen miteinander. Wenn Ihr über ein bestimmtes Gebiet Bücher und Artikel verschlingt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch andere tun.
Wer ist deine Zielgruppe? Wen sprichst du mit deinem Blog an?
Meine Leser sind Freiberufler, Künstler und solche, die gern von ihrer Leidenschaft leben möchten. Ein Wechsel vom Angestelltendasein in die Selbstständigkeit ist eine große Hürde, bei der man jede Hilfe gebrauchen kann. Aber auch alte Hasen müssen auf dem aktuellen Stand der Dinge bleiben und sich ständig fortbilden.
Was interessiert dich persönlich am Bloggen?
Für mich gibt es zwei Hauptpunkte. Der Erste ist die soziale Komponente, der Kontakt zu anderen Bloggern, Künstlern und Interessierten. Der Zweite ist die intensive Beschäftigung mit Themen, über die ich schreibe. Ich lerne dabei eine ganze Menge. Das Schöne am Bloggen ist das direkte Feedback der Leser. Man merkt sehr schnell, welche Posts gut ankommen und welche die Leserschaft weniger interessiert.
Arbeitest du noch an weiteren Projekten?
Ich arbeite gelegentlich mit filmaton an verschiedenen Projekten. Dabei produzieren wir unter anderem Werbespots, Imagefilme und 360°-Fotos.
Du bist ja des öfteren unterwegs, wie und wann findest du die Zeit, um Artikel für deinen Blog zu verfassen?
Ich fahre oft mit der Bahn. Dies gibt mir Zeit für das Schreiben. Da ich im Schnitt 2 Posts pro Woche veröffentliche, muss ich auch nicht jeden Tag etwas verfassen. Bloggen bereichert mein Leben, bestimmt es aber nicht. Ich habe auch kein Problem, 2 Wochen am Stück keinen Post zu schreiben. Na gut, danach kribbelt es schon ein wenig in den Fingern.
Welche Arten der Monetarisierung setzt du auf deinem Blog ein?
Neben den klassischen ‘pay per click’ Bannern habe ich Partner, welche direkt Werbebanner gebucht haben. Ich glaube, dass nur ein winziger Prozentsatz von Bloggern über Werbung ernstzunehmende Umsätze generieren kann. Das wichtigste Gut der heutigen Zeit ist Aufmerksamkeit. Wer diese hat, kann auch so gut wie alles verkaufen. Ich weise in meinem Blog von Zeit zu Zeit auf meine Kunst hin und verwende ihn als Promoplattform für meine kommenden Projekte.
Lass uns zusammen zum Schluss noch einen Blick in die Glaskugel werfen
. Wo stehst du mit deinem Blog und vor allem mit deiner Kunst in 5 Jahren? Auf was dürfen wir gespannt sein?
Der Blog wird in 5 Jahren viele interessante Artikel enthalten. Es ist für mich eine private Sammlung an Themen, die mich besonders interessieren. Es werden noch viele kleinere Projekte hinzukommen. Ich habe dafür schon einige Ideen in der Schublade.
Vielen dank Stefan für das interessante Interview, ich bin mir sicher, dass viele Leser daraus einige Tipps von dir als Anregung für Ihr eigenes Business anwenden können. Ich finde es immer wieder sehr interessant, wie die Menschen zu ihren Geschäftsideen gekommen sind, aus genau diesen Wegen können wir alle etwas für unseren eigenen Weg lernen.
Haben Sie auch Interesse daran hier ihr Geschäftsmodell hier auf selbstaendig-als-webworker.de vorzustellen? Dann mailen sie mich an. Ich bin ständig auf der suche nach Menschen, die ihren eigenen Weg hier vorstellen wollen. Einzige Voraussetzung ist, dass ihr Geschäftsmodell mit der Selbstständigkeit im Internet in Verbindung steht. Ich freue mich auf ihre Email.
Bild: © Christian Seidel/ PIXELIO
